Umweltmedizin und Frauenheilkunde

Viele gynäkologische Erkrankungen sind heutzutage sehr gut erforscht, was die verschiedenen, in Diagnostik und Therapie sich auswirkenden Verursacher angeht:

  • Genetische Anlagen
  • Hormonelle ( endokrinologische ) Themen
  • Immunologische Probleme
  • Infektiöse Ursachen
  • Psychsomatische Hintergründe

 

In der neueren Forschung im Bereich Umweltmedizin und Toxikologie werden die Auswirkungen hormonähnlich wirkender Umweltschadstoffe auf Frauenkrankheiten intensiv untersucht, Umweltmedizin und  Frauenheilkunde gewinnt daher immer mehr an Bedeutung.

 

Die folgenden Beschwerdebilder werden mit diesen Schadstoffeinflüssen besonders in Verbindung gebracht:

  • Endometriose
  • Frühzeitiges Eintreten der Wechseljahre ( Klimakterium präcox )
  • Gutartige und bösartige Tumoren der weiblichen Organe
  • Mastopathie
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Sterilität
  • Störung der Hormonfunktion bei der Frau ( Östrogendominanz, Progesteronmangel, Insulinresistenz )
  • Zyklusstörungen

 

Umweltgifte und ihre Wirkungen auf den weiblichen Hormonhaushalt

 

Eine zunehmende Anzahl von toxischen Chemikalien haben nicht nur einen Einfluss auf den Zustand unseres Ökosystems, sondern leider auch auf die Gesundheit von Menschen und Tieren.

Besonders die Hormonsysteme sind störanfällig für diese endokrinologisch wirksamen Noxen.

Es gehören dazu.

  • Schwermetalle
  • Organische Chemikalien, z.B. PCB ( polychlorierte Biphenyle ); Phtalate, Bisphenol A
  • Pestizide, Herbizide, Fungizide, Insektizide
  • Chemikalien aus der Industrie
  • Produkte von industriellen Verbrennungsvorgängen

Bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das synthetisch hergestellte Östrogen Dieethylstiloestrol für die zur Missbildung führende Wirkung ( Scheidenkrebs und Mikropenis ) bei Anwendung in der Schwangerschaft verantwortlich gemacht.

In den 90er Jahren entstand eine systematische Forschung zu dem Thema der hormonähnlich wirkenden Umweltgiften, die unter anderem eine schädliche Wirkung auf das Kind im Mutterleib und im späteren Leben feststellte. Bedeutsam ist die Tatsache, dass diese Substanzen über die Nahrungskette in verschiedenen Organen des Körpers angereichert werden und dann die sensiblen Hormondrüsen wie Hypophyse, Hypothalamus, Eierstöcke, Hoden, Schilddrüse und Nebennnieren schädigen.

 

Bisphenol A

Bisphenol A ist ein Weichmacher, der in fast allen Kunststoffprodukten enthalten ist. Er befindet sich vor allem in den Beschichtungen von Nahrungs- und Getränkebehältern ( Plastikflaschen ). Die Substanz entfaltet östrogenähnliche Wirkungen, die bereits in geringen Konzentrationen das Hormonsystem empfindlich stören können.

Bisphenol A wird mit folgenden Krankheitsbildern in Verbindung gebracht:

  • Autoimmunerkrankungen ( Hashimoto- Thyreoiditis )
  • Zunahme von Brustkrebs und Prostatakrebs
  • Frühzeitige Pubertät bei Mädchen
  • Metabolisches Syndrom mit Insulinresistenz, Adipositas und Typ 2- Diabetes
  • Hyperaktivität
  • Verhaltensauffälligkeiten

 

Phtalate

Sie sind ebenfalls als Weichmacher in Kunststoffen zu finden, z.B. in Teppichböden, Schuhsohlen und Lebensmittelverpackungen. Auch Duftstoffe in Kosmetika enthalten die Substanz. Medizinische Einwegprodukte haben Phalate als wichtigen Bestandteil.

Phtalate können über Nahrung, Trinkwasser und auch über die Muttermilch aufgenommen werden.

  • Sie beeinträchtigen die Aktivität von bestimmten Genen und fördern Missbildungen.
  • Die Hormonproduktion im Hoden der Jungen kann unterdrückt werden.
  • Schilddrüsenstörungen sind möglich.

 

PCB – Polychlorierte Biphenyle

Sie finden sich in vielen industriellen Produkten und gelangen unter anderem über die Nahrungskette in den menschlichen Körper.

Sie erzeugen Wechselwirkungen mit dem Hormonsystem, mit den Botenstoffen im Gehirn und vielen Bestandteilen des Immunsystems. Daher werden sie in Verbindung gebracht mit

 

  • Unterentwicklung von Säuglingen
  • Einer gestörten Pubertätsentwicklung
  • Verhaltensauffälligkeiten und Lernproblemen
  • Schilddrüsenstörungen, besonders bei Frauen
  • Erhöhten Krebsarten bei hormonell getriggerten Tumoren wie Brust- und Eierstockskrebs

 

Schwermetalle

Auch Schwermetalle können über eine Blockierung von Hormonrezeptoren in den Körpergeweben eine hormonaktive Wirkung entfalten und müssen daher für das Thema Umweltmedizin und Frauenheilkunde besonders beachtet werden.

Das gilt zum Beispiel für Arsen, Blei, Quecksilber und Cadmium.

Aluminium steht in besonderem Verdacht, Burstkrebs zu fördern, der besonders häufig im oberen äußeren Quadraten zu finden ist, also in nächster Nähe zur Achselhöhle, wo die aluminiumhaltigen Deos appliziert werden.

Das ist besonders bedenklich, daher sollten unbedingt aluminiumfreie Deodorantien entwickelt und angeboten werden. Aluminumhaltige Deos verbieten sich von selbst.

 

Milchprodukte als Östrogenspender

Kühe haben in ihrer Milch einen hohen Gehalt an Östron, das ist eine Speicherform der Östrogene. Die Milch kann zusätzlich Antibiotika, Wachstumshormone, chlororganische Verbindungen und Pestizide enthalten.

Studien zeigen, dass mit zunehmendem Milch- und Käseverzehr mehr Krebs in Brustdrüse, den Ovarien, dem Endometrium der Gebärmutter und den Hoden auftritt.

Frauen nach Mammakarzinom haben ein höheres Risiko für tödliche Verläufe, wenn sie in den folgenden Jahren viel, vor allem auch fettreiche Milchprodukte konsumiert haben.

 

Ärztliche Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie – Umweltmedizin und  Frauenheilkunde

Am wichtigsten ist es sicherlich, in der ärztlichen Anamnese an das Vorliegen einer Mitverursachung von hormonähnlich wirksamen Umweltgiften bei den oben genannten Krankheitsbildern überhaupt zu denken.

Zur Basistherapie einer Toxikologischen Belastung des menschlichen Regulationssystems gehören: