PCO – Syndrom – Adipositas und das Metabolische Syndrom

 

Adipositas ( Übergewicht ) und das Polyzystische Ovarsyndrom , kurz PCO- Syndrom, nehmen bei Frauen in den Industrieländern immer mehr zu.
Die Ursachen für diese Erkrankung werden immer noch intensiv wissenschaftlich erforscht. Man geht heute von einem Zusammenspiel Störungen der Eierstocksfunktion, genetischen Belastungen und neurologischen Fehlsteuerungen im Gehirn aus. Dies koppelt sich mit mit der Zunahme von Adipositas und Insulinresistenz mit der Folge des Diabetes 2 in der weiblichen Bevölkerung.
Übergewicht und die hormonellen Fehlsteuerungen des PCO- Syndroms führen bei jungen Frauen zu ungewollter Kinderlosigkeit, bei Frauen nach den Wechseljahren zu Herz- Kreislauferkrankungen und zu einem erhöhten Krebsrisiko.

 

Was ist das PCO- Syndrom?

Beim PCO- Syndrom kommt es zu den folgenden Symptomen:

  • Fehlende oder zu seltene und unregelmäßige Menstruation
  • Erhöhte Testosteronspiegel mit der Folge von vermehrtem Haarwuchs ( Hirsutismus ) und starker Akne
  • Viele unreife Follikelzysten in den Eierstöcken
  • Adipositas und / oder Insulinresistenz auch bei schlanken Frauen
 
Ursachen für das PCO- Syndrom
  • Störung in den Ovarien ( Eierstöcken )
  • Hier verstärkte Produktion von Androgenen ( männlichen Geschlechtshormonen )
  • Zusammenspiel mit Hormonregulation im Gehirn (LH und FSH ) gestört, dadurch keine reifen Eizellen, die zur Befruchtung bereit stehen

 

  • Genetische Ursachen
  • Viele Studien beweisen eine familiäre Häufung des PCO- Syndroms, verschiedene Gene sind betroffen, vor allem die Gene für Adipositas, Insulinresistenz und Fehlsteuerungen im Gehirn

 

  • Insulinresistenz ( Störung im Kohlenhydratstoffwechsel )
  • Schon vor 100 Jahren wurde ein Zusammenhang zwischen Androgenisierung ( Vermännlichung bei Frauen ) und dem Vorkommen von Diabetes 2 beschrieben
  • Die starke Zunahme von Adipositas durch Fehlernährung und Bewegungsmangel führt in Verbindung mit genetischen Faktoren zu chronisch hohen Insulinspiegeln im Blut, die das hormonelle Gleichgewicht besonders im Gehirn ( Hypothalamus ) empfindlich stören können und das PCO- Syndrom in seiner Entwicklung schon bei jungen Frauen begünstigen können

 

  • Zentrale Ursachen
  • Hohe Testosteron, –  Östrogen und Insulinspiegel können die Ausschüttung der Steuerungshormone der Eierstöcke in ihrem Rhythmus stören, was sowohl die Zyklusstörung als auch die vermehrte Produktion von männlichen Hormonen zur Folge hat

 

Adipositas , PCO – Syndrom und erhöhtes Krebsrisiko

Bei dem Übergewicht im Rahmen des PCO- Syndroms handelt es sich überwiegend um eine Zunahme von Bauchfett. Das Bauchfett ist ein hoch stoffwechselaktives Gewebe, eine Art innere ” Chemiefabrik “, die sowohl vermehrt Cortisol, Blutdruck erhöhende Substanzen als auch vor allem entzündungsfördernde Botenstoffe ( Zytokine ) produziert. Diese verursachen in vielen Organen eine chronische Entzündung und belasten den Körper mit zusätzlichem oxidativem Stress.

Diese entzündungsfördernden Zytokine sind zum Beispiel verantwortlich für die Entstehung der Gefäßverkalkung ( Arteriosklerose ) mit der Folge von Herzinfarkt und Schlaganfall.

Bezogen auf das erhöhte Krebsrisiko bedeutet das, dass die entzündungsfördernden Zytokine direkt den genetischen Code der DNA schädigen und die Arbeit der Tumorsuppressorgene stören, also letztlich die Krebsabwehr beeinträchtigen können.

Die chronische Erhöhung des Insulinspiegels  im Körper fördert eine erhöhte Zellteilungsrate und damit das Tumorzellwachstum.

Brustkrebs ( Mammakarzinom )

Das Mammakarzinom nach den Wechseljahren wird unter anderem durch Übergewicht und das weibliche Hormon Östradiol gefördert, das bei übergewichtigen Frauen auch beim Nachlassen der Eierstocksfunktion im Fettgewebe gebildet wird.

Gebärmutterkrebs ( Endometriumkarzinom )

Der Gebärmutterkrebs ist eine Krebserkrankung, die typischerweise nur nach den Wechseljahren auftritt und bei der die Adipositas eine sehr große Rolle in der Entstehung spielt. Das Endometriumkarzinom kann über viele Jahre entstehen und steht dabei unter dem Einfluss erhöhter Östrogenwerte, die wiederum im Fettgewebe synthetisiert werden. In vielen Studien wurde auch die Rolle konstant erhöhter Insulinwerte wie beim Metabolischen Syndrom für die Krebsentstehung bestätigt.

Eierstockskrebs ( Ovarialkarzinom )

Die bisherige Studienlage konnte noch keinen direkten Zusammenhang zwischen dem PCO- Syndrom, der Adipositas und der Krebsentstehung herstellen.

 

Schlussfolgerungen für die betroffenen Patientinnen und ihre behandelnden Ärzte

Das PCO- Syndrom ist eine komplexe kombinierte Erkrankung des weiblichen Hormonsystems und des Insulin – Stoffwechsels mit den oben genau beschriebenen Symptomen.
Somit bedeutet für die Praxis, dass sich diese Frauen ab Diagnosestellung regelmäßig internistisch und gynäkologisch untersuchen und behandeln lassen.

Nach der Menopause mit dem Ausbleiben der Periode ist die Krankheit nicht ” weg “. Die jahrelangen Auswirkungen des Übergewichtes, der Fettstoffwechselstörung und der Hormonstörung erhöhen zu diesem Zeitpunkt das Risiko von Herz- und Gefäßkomplikationen und von Krebserkrankungen.

 

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