Männermedizin

Wodurch Männer ernsthaft krank werden – Notwendigkeit spezifischer Männermedizin

Immer mehr Männer ahnen, dass die Ursachen für viele ihrer Beschwerden, besonders nach dem 40. Lebensjahr, neben den bekannten organischen Krankheiten vor allen Dingen Folgen ihrer mentalen und körperlichen Stressbelastung sind.

Hoher Blutdruck, Übergewicht, metabolisches Syndrom , Schlafstörungen, sexuelle Unlust und Erektile Dysfunktion, das sind einige der Folgen von unbewältigtem, lange anhaltendem Stressgeschehen und Themen in der Beratungspraxis Männermedizin.

Bei Stress handelt es sich um einen, seit vielen Jahren anerkannten klinisch relevanten unabhängigen Risikofaktor für die Gesundheit des Menschen.

Statistisch sieht es so aus, als seien eher Frauen davon betroffen. Dies könnte aber allein am unterschiedlichen Umgang von Frauen und Männern mit Stressbelastungen liegen.

Männer sind eher zurückhaltend mit der Kommunikation nach außen und schätzen ihrer Symptome vollkommen falsch ein mit der Tendenz zur Bagatellisierung. Die Stufen bis hin zur Depression oder dem Burnout werden gar nicht richtig wahrgenommen. Daher muss dies im Rahmen einer ärztlichen Anamnese für die Männermedizin genau eruiert werden.

Die permanente und hohe Dauerbelastung am Arbeitsplatz, gekoppelt mit fehlender Anerkennung der eigenen Leistung und Angst um den Verlust der Stellung führen zu gravierenden Krankheiten:

 

Die neuro- mentale Stressachse

Aufgrund der heutigen Forschungsergebnisse definiert man Stress als neuroendokrine Reaktion des sympathiko- adrenergen und des hypophysär- corticalen Systems, was zur Folge eine erhöhte Adrenalin- und Noradrenalin- ausschüttung mit Belastung des Herz- Kreislaufsystems und eine erhöhte Ausschüttung des Cortisols mit Aktivierung pathologischer metabolischer und inflammatorischer Prozesse bedeutet.

Zusätzlich werden durch diese hormonelle Überaktivierung Hirnareale vorübergehend oder dauerhaft geschädigt, die für den Bereich Gedächtnis, Erinnerung sowie räumliches Vorstellungsvermögen und assoziatives Denken zuständig sind.

Die gute Nachricht ist, dass die Stressreaktionen im wesentlichen erlernt sind und nicht so viel mit unseren Genen zu tun haben. Das bedeutet, dass das individuelle Stressverhalten von Männern und Frauen über Jahre erlernt ist. Damit sind bestimmte bewusste und unbewusste Stressreaktionen gekoppelt an die Aktivität bestimmter Hirnareale.

So wie der Stress sich in die Gehirnphysiologie eingegraben hat, so kann er wieder entlernt werden. Gerade Männer sind über diese Erklärungsmodelle, die jenseits von Esoterik sind und auf handfesten wissenschaftlichen Studien beruhen, sehr gut zu motivieren.

Neues effektives Gesundheits – Verhalten, was sich dann in einer Beruhigung und Rückbildung fehlgeleiteter Impulse darstellt, kann neu gelernt werden.
Dabei kommt es darauf an, dass der betroffene Mann im Rahmen der Männermedizin interdisziplinär von Allgemeinmedizinern, Urologen und Internisten sowie Psychotherapeuten beraten und langfristig betreut wird.

Therapeutische Empfehlungen im Bereich Männergesundheit