Krank durch Weizen – Ganzheitliche Therapie

Kann Weizen krank machen?

Viele Menschen kommen in die Praxen von Naturheilärzten und Heilpraktikern mit der Frage, ob es sein kann, dass man durch regelmäßigen Genuss von Weizen krank werden kann.
Die am häufigsten geklagten Symptome sind:

  • Blähungen
  • Durchfälle- Verstopfung
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen
  • Hautausschläge, trockene Haut

Daher lassen viele Betroffene für eine Zeit Weizen und die vielen Weizen- Fertigprodukte weg und stellen oft eine deutliche Besserung ihres Befindens fest.

 

Krank durch Weizen- der Stand der medizinischen Forschung

Gemäß dem jetzigen Stand der Forschung gibt es vier verschiedene Krankheiten, die durch Genuss von Weizen ausgelöst werden können:

  • Die Zöliakie: eine angeborene Erkrankung, die nach dem Essen von glutenhaltigen Getreiden auftritt. Aufgrund von bestimmten Antikörpern kommt es zu einer chronischen Entzündung der Darmzotten, die zum Beispiel mit starkem Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen einhergehen können. Im Laufe der Zeit bilden sich die Darmzotten zurück. Weil sie ihre Funktion der Nährstoffaufnahme nicht mehr in vollem Umfang nachkommen können, entstehen auf die Dauer schwere Mangelerscheinungen. Die Betroffenen müssen auf Gluten vollständig verzichten. Das gilt dann auch für andere glutenhaltige Getreide wie Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer.
    Die Diagnose wird durch einen Bluttest auf Antikörper (Transglutaminase- und Gliadin- Antikörper ) sowie durch eine Dünndarmbiopsie gestellt.

    Zöliakie ist klinisch auch häufig assoziiert mit der Hashimoto- Thyreoiditis. Das bedeutet praktisch, dass Patienten mit Zöliakie auch auf diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse getestet werden sollten und Hashimoto- Patienten ihre Symptome häufig durch das Weglassen glutenhaltiger Getreideprodukte deutlich bessern können.

    Es gibt auch eine erworbene Form der Zöliakie, nach meiner Erfahrung unter anderem durch Impfungen hervorgerufen ( Vakzinose – Impfkrankheit mit Autoimmunstörung ). Glutenhaltige Ernährung über viele Jahre, häufige Darmentzündungen und das Leaky- Gut- Syndrom können die empfindliche Darmschleimhaut nachhaltig schädigen und die Zöliakie begünstigen.

 

  • Die Weizenallergie: etwa einer von tausend Menschen ist von der echten Weizenallergie, einer Akutallergie vom Ig-E- Typ, betroffen.  Hier reagiert das Immunsystem auf verschiedene pflanzliche Weizeneiweiße, also nicht nur auf Gluten. Es kann dann zu den typisch allergischen Reaktionen kommen, wie wir sie beispielsweise vom Heuschnupfen her kennen. Gleichzeitig kommt es auch zu starken Magen- Darm-Reaktionen wie Krämpfen, Durchfällen, Übelkeit und Blähungen. Hierher gehört auch das so genannte Bäckerasthma, hier entstehen massive allergische Beschwerden durch das Einatmen von Mehstaub, auch Neurodermitis- ähnliche Beschwerden sind möglich. Die Diagnose wird durch Blut- und Pricktests gestellt.

 

  • Die Weizensensitivität: ist definiert als Unverträglichkeit gegen Inhaltsstoffe des Weizens, besonders der so genannten Amylase- Trypsin- Inhibitoren (ATI).  Diese ATI`s sind eigentlich nur natürliche Abwehrstoffe der Pflanzen gegen Insekten. In den neu gezüchteten Weizensorten können sie eine höhere Konzentration erreichen als im Weizen, der vor Jahrzehnten angebaut wurde. 
    Diese ATI`s sind nicht identisch mit Gluten, sondern eine extra Sorte von Proteinen, die ungefähr zweithäufig in unseren gängigen Getreidearten vorkommen.
    Die Bedeutung der Weizensensitivität für die menschliche Gesundheit wird in Deutschland an der Universitätsklinik Mainz in der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen untersucht.
    ATI `s reizen das Immunsystem und können Entzündungen in verschiedenen Regionen des Körpers auslösen, die sich dann im wesentlichen mit den oben beschriebenen Symptomen übereinstimmen.
    Möglicherweise spielen sie sogar eine Rolle bei den chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen, dem rheumatischen Formenkreis und der Multiplen Sklerose.
    Da man die Weizensensitivität nicht laborchemisch messen kann, ist sie zur Zeit eine Ausschlußdiagnose, wenn die Zöliakie und die echte Weizenallergie als Ursache für das Beschwerdebild ausscheiden.

 

Krank durch Weizen- Ganzheitliche Therapie

Vor der Einleitung einer spezifischen Therapie der verschiedenen durch Weizen induzierten Krankheiten sollte eine möglichst vollständige Diagnostik erfolgen, die über die eigentliche Diagnostik der Zöliakie und der echten Weizenallergie hinausgeht.

  • Stuhlprobe mit Darmflorastatus und Messung der Entzündungsparameter an der Darmschleimhaut
  • Mineralstoffanalyse über das Vollblut
  • IgE- und IgG- Tests zum Nachweis oder Ausschluß anderer Nahrungsmittelallergien bzw.- Unverträglichkeiten
  • Laktosetoleranztest
  • Fruktosetoleranztest
  • Schilddrüsendiagnostik inclusive Antikörpertiter

 

Therapiemöglichkeiten in der ärztlichen Privatpraxis für Naturheilkunde und Homöopathie Frau Dr. med. Gabriele Tille:

 

  • Darmsanierung mit der F.X. Mayr- Kur und / oder einer individuellen Entgiftungsdiät
  • Darmsymbioselenkung nach den Ergebnissen der Stuhldiagnostik
  • Anleitung zur glutenfreien und/ oder glutenarmen Ernährung
  • Substitution von Mikronährstoffen gemäß Ergebnissen der Mineralstoffanalysen- orale oder Infusionstherapie, je nach individueller Ausgangslage
  • Thymustherapie zur Verbesserung der zellulären Immunkompetenz
  • Homöopathische Behandlung mit dem Ziel der Senkung der Allergiebereitschaft generell und im Einzelfall zur Besserung der Symptome der Zöliakie, wenn der Verdacht auf eine Vakzinose ( Impfkrankheit ) besteht