Hormonuntersuchung, Hormon-Diagnostik

Der Alterungsprozess beim Menschen läuft nicht gradlinig ab, sondern gibt jedem Funktionskreis im Organismus ein eigenes Gepräge und eine eigene Dynamik.

Etwa ab dem 40. Lebensjahr kommt es zu Veränderungen im hormonellen Regelkreis sowohl bei Frauen und etwa 5-10 Jahre später auch bei Männern.
 

Man bezeichnet diese Prozesse als:

  •  Menopause
  •  Andropause
  •  Adrenopause,

die immer mit einer Abnahme oder nicht mehr so physiologischen Ausschüttung von Hormonen einhergehen.
Hieraus können sich Erfordernisse und Möglichkeiten hormoneller Diagnostik ergeben.

 

Um ein persönliches Profil der Hormonsituation und ihrer Auswirkungen zu erhalten, führe ich durch:

  •  Genaue persönliche Anamnese gestützt auf spezielle Fragebögen
  •  Hormonuntersuchungen in Blut und Urin, dazu Altersmarker, Vitamine und spezielle Laborwerte
  •  Eingehende körperliche Untersuchung

 

Welche Hormone werden gemessen?

Im Klimakterium  kommt es zu einem starken Rückgang der Östradiolbildung in den Eierstöcken. Dieses Hormon kann in der Zeit um die Menopause herum gemessen werden, sinnvollerweise wird die Erfassung des Hormon-Status der Frau ergänzt durch die Messung des Progesterons und der hypophysären  Hormone LH und FSH.
 
Die Testosteron-Produktion fängt an, ab dem 4. Lebensjahrzehnt abzusinken, jedoch nur in kleinen Schritten und lange Zeit für den Mann nicht bemerkbar. Um den Hormonstatus des Mannes zu bestimmen, sollten zusätzlich immer LH und FSH als hypophysäre Steuerungshormone gemessen werden.
 
Die Beurteilung der Funktion der Nebenniere spielt besonders eine Rolle bei der Abklärung von Erschöpfungszuständen und Burn- Out- Syndrom. Dehydroepiandrosteron (DHEA), ein Steroid-Hormon der Nebennierenrinde, ist als Vorläufersubstanz für weitere Steroidhormone zu werten, hat aber auch umfangreiche eigenständige Funktionen.
Man misst das DHEA- S und das Cortisol, was ebenfalls in der Nebenniere gebildet wird.
 
Der Alterungsprozess ist auch durch spezifische Veränderungen auf der Ebene der Körpergewebe charakterisiert. Die Zellteilung verändert sich, die Knochenmasse nimmt ab, – ein ebenso hormonell gesteuerter Prozess, die elastischen Fasern im Bindegewebe reduzieren sich und es kommt – allerdings individuell sehr unterschiedlich – zu einer nachlassenden geistigen und sensorischen Fähigkeit.
 
Auch der Schlaf- Wach- Rhythmus ist zum Teil hormonell durch das in der Zirbeldrüse gebildete Melantonin beeinflusst. Es wird im Alter weniger ausgeschüttet und das kann dann zu Ein- und Durchschlafstörungen bei älteren Menschen führen. Die Konzentration dieses Hormons kann im Morgenurin gemessen werden und erlaubt klare Rückschlüsse auf die nächtliche Hormonausschüttung.
 
Im Rahmen einer ganzheitlichen Abklärung der Hormonfunktion darf die Schilddrüse nicht vergessen werden. Sie unterliegt zwar nicht so stark wie die anderen hormonellen Regelkreise einem Alterungsprozess, es kann jedoch ab einem bestimmten Alter oder bei großer Stressbelastung zu Funktionsstörungen kommen, auch Autoimmun-Erkrankungen wie die Hashimoto- Thyreoiditis oder der Morbus Basedow nehmen zu.
 
Da sich die Symptome einer Schilddrüsenfunktionsstörung nicht immer so leicht zuordnen lassen, macht es auf jeden Fall Sinn, das Screening- Hormon TSH mit zu bestimmen. Es ist so genau in seiner Aussage, dass bei Normalwerten fast immer von einer regelrechten Schilddrüsenfunktion ausgegangen werden kann.

Aufgrund der erhobenen Daten kann individuell der Ersatz von Hormonen notwendig sein; es gibt allerdings auch viele interessante Therapieansätze aus der Regulationsmedizin, die eine Modulation der Hormonausschüttung ohne Hormonersatz ermöglichen können.