Ganzheitliche Therapie der Hashimoto – Thyreoiditis

Schulmedizinische Definition, Diagnose und Therapie

Die Hashimoto – Thyreoiditis ist eine durch Autoimmunprozesse ausgelöste chronische Entzündung der Schilddrüse. Etwa 8 % aller Frauen und 1% aller Männer haben diese Erkrankung.

Da der Autoimmunprozess die Schilddrüsenzellen schleichend angreift und keine Schmerzen verursacht, wird die Störung manchmal nur durch Zufall und dann auch in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.

Die Ursache dieser Krankheit ist nach wie vor unklar, man geht überwiegend von einer genetischen Belastung aus.

Eine Hashimoto – Thyreoiditis kann aber auch im ersten Jahr nach einer Entbindung auftreten.Dies ist unbedingt zu bedenken, wenn sich Frauen nach der Geburt über längere Zeit nicht erholen und über die unten beschriebenen Symptome klagen.

Die Symptome entsprechen weitgehend denen der einfachen, nicht entzündlich bedingten Schilddrüsenunterfunktion, nämlich

  • Einschränkung der körperlichen, seelischen und geistigen Befindlichkeit mit Leistungsminderung, Apathie, Antriebslosigkeit und Müdigkeit
  • Frösteln
  • Stuhlverstopfung, Appetitlosigkeit
  • Teigige, verdickte Haut, die sich kalt und trocken anfühlt
  • Haarausfall und strohige trockene Haare
  • Heiserkeit
  • Beeinflussung der Herzfunktion mit Verlangsamung des Herzschlages
  • Muskelkrämpfe
  • Einschlafen und Kribbeln von Armen und Beinen durch Kompression von Nervenkanälen
  • Fettstoffwechselstörung mit Gefäßverkalkung

 

Die Diagnosestellung vor Einleitung einer ganzheitlichen Therapie der Hashimoto – Thyreoiditis

  • TSH – Spiegel ( Steuerungshormon der Schilddrüse in der Hirnanhangsdrüse- Hypophyse)
  • fT3 und fT4 ( die eigentlich wirksamen in der Schilddrüse produzierten Hormone )
  • Bestimmung der Autoantikörper gegen Bestandteile des Organs Schilddrüse : TPO- AK und Thyreoglobulin – AK
  • Der Ultraschall der Schilddrüse zeigt typischerweise eine homogene, echoarme, dunkle Schilddrüse ohne Knotenbildung ( in manchen Fällen kommen gleichzeitig Schilddrüsenknoten vor ).

 

Wichtig zu wissen:

Eine Hashimoto – Thyreoiditis kann mit weiteren Autoimmunerkrankungen vergesellschaftet sein. Dies sind vor allem

  • Der Typ 1- Diabetes
  • Eine Nebennierenschwäche
  • Eine Schwäche der Nebenschilddrüse
  • Eine Perniziöse Anämie
  • Vitiligo

Die schulmedizinische Therapie der Hashimoto- Erkrankung richtet sich im wesentlichen nach dem Ausmaß der eingetretenen Hypothyreose, das heißt nach der Höhe des TSH- Spiegels und des freien T4. Dann wird eine langsam zu steigernde Gabe von L- Thyroxin ( ohne Jod ) bis zu der Höhe verordnet, bis klinische Beschwerdefreiheit und eine Normalisierung der Blutwerte erreicht sind.

Viele Ärzte verordnen zusätzlich 200µg Selen pro Tag, wodurch die Entzündungsaktivität der Schilddrüse reduziert wird und sich das Wohlbefinden der Patienten deutlich bessert.

Nicht jeder Mensch mit erhöhten Schilddrüsenantikörpern entwickelt automatisch eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion.

Wenn daher Antikörper gemessen werden, aber die Schilddrüse noch normal arbeitet, ist eine Gabe von Schilddrüsenhormon nicht sinnvoll, es sollten aber regelmäßige Blutkontrollen im Abstand von drei bis sechs Monaten durchgeführt werden, um das Abgleiten in die Unterfunktion rechtzeitig zu diagnostizieren.
 

Ganzheitliche Sicht der Hashimoto – Thyreoiditis

Aus der Sicht ganzheitlich arbeitender Allgemeinmediziner, Gynäkologen und Endokrinologen ist die Hashimoto- Erkrankung kein isoliertes Geschehen, das nur die Schilddrüse betrifft. Die Schulmedizin sieht im wesentlichen eine Assoziation zu anderen Autoimmunerkrankungen wie oben beschrieben.

Hier nun eine erweiterte Übersicht zu den Ursachen für eine Hashimoto- Erkrankung: Nach dem jetzigen Stand der Forschung ist es wahrscheinlich ein Zusammenspiel mehrerer schwächender Faktoren, die letztlich zur Manifestation des Autoimmunprozesses führen.

  • Genetische Belastung: bei genauem Erheben der Familienanamnese findet man in bis zu 50% aller Fälle eine Hashimoto- Thyreoiditis, einen Morbus Basedow ( ebenfalls durch Antikörper verursacht ) oder eine andere Immunerkrankung
  • Anhaltender Stress über einen langen Zeitraum kann ein ausschlaggebender Faktor für die Manifestation und die Aggressivität des Hashimoto sein.
  • Einfluss der Sexualhormone: Ein Progesteronmangel und eine Östrogendominanz spielen für den Verlauf und den Grad der Beeinträchtigung der betroffenen Patientinnen eine sehr große Rolle. Diese Konstellation findet man vor allem bei Frauen um die Wechseljahre.
  • Schwangerschaft: Die klinische Erfahrung zeigt, dass Frauen nach der Entbindung ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Autoantikörpern gegen Schilddrüsengewebe und damit zur immunologisch getriggerten Schilddrüsenunterfunktion haben.
  • Polyzystisches Ovarsyndrom und Insulinresistenz: Die gravierenden hormonellen Fehlsteuerungen im Regelkreis der Eierstockshormone, des Testosterons und des Insulins können zu einer Autoimmunerkrankung prädisponieren.
  • Metabolisches Syndrom und Diabetes mellitus können über eine pathologische Beeinflussung der Hirnanhangsdrüse die Schilddrüsenfunktion stören.
  • Nebennierenschwäche: die Nebennierenschwäche ist sicherlich eines der häufigsten Phänomene unserer stressbelasteten Gesellschaft und gleichzeitig die am wenigsten erforschte und unbekannte Erkrankung. Klinische Forschungen sind weltweit im Gange, empirisch hat man schon viele therapeutische Möglichkeiten gefunden.
  • Kranker Darm: Ein kranker Darm verhindert zu etwa 20% die Umwandlung von inaktivem in aktives Schilddrüsenhormon; eine verminderte Resorption der Co- Faktoren der Schilddrüse wie Spurenelemente und Vitamine kann die normale Schilddrüsenfunktion hemmen.
  • Umweltgifte, Rauchen
  • Virale- bzw. bakterielle Infektionen der Schilddrüse
  • Mangel an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, zum Beispiel Zink,. Eisen, Selen und Vitamin D.
  • Medikamentöse Therapien wie Lithium, Interferon oder Amiodaron können an der Auslösung einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse beteiligt sein.
  • Glutenintoleranz: Zahlreiche Studien zeigen eine enge Beziehung zwischen einer Glutenintoleranz und der Hashimoto- Thyreoiditis.

 

Der Zusammenhang von Impfungen und der Auslösung einer Hashimoto – Thyreoiditis

Eine bisher wenig beachtete Facette des Phänomens Hashimoto- Thyreoiditis ist ihr zeitnahes Auftreten nach Impfungen. Erfahrene homöopathische Ärzte und Heilpraktiker beobachten dieses Phänomen schon seit vielen Jahren.

In meiner homöopathischen Arbeit sind mir speziell 2 Gruppen von Patientinnen aufgefallen:

  • Junge Mädchen, die schon innerhalb von 4-5 Monaten nach der ersten oder zweiten Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs     ( HPV ) die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion entwickeln, die sich dann in jedem Fall als eine Hashimoto- Thyreoiditis diagnostizieren ließ. Auffallend dabei waren die sehr hohen Antikörperspiegel.
  • Jüngere Frauen, die sich vor Urlaubsreisen umfänglich impfen ließen, insbesondere mit Hepatitis A- und B- Impfstoffen. Auch hier war das Auftreten des Hashimoto innerhalb Jahresfrist zu konstatieren.
  • In Einzelfällen konnte nachvollzogen werden, dass die betroffenen Frauen während ihrer Menstruation geimpft wurden; die Periode stellt bei Frauen häufig eine Phase gesundheitlicher und speziell immunologischer Schwächung dar. Hier könnte sich das Hineinimpfen während der Menses als zusätzlicher Manifestationsfaktor für ein Autoimmungeschehen erweisen. Das sollte aber auf jeden Fall Gegenstand umfangreicher Forschung werden.

Aus homöopathischer Sicht haben wir hier das Phänomen der Vakzinose vor uns, also eine Impfkrankheit, die schon die alten homöopathischen Meister wie Hahnemann , James Tyler Kent, John Henry Allen und James Compton Burnett anhand der damals eingeführten Pockenimpfungen genau beschrieben und therapiert haben.

Therapeutisch ist der Einsatz von homöopathischen Arzneien gegen die Impfkrankheit nach entsprechender homöopathischer Anamnese und Individualisierung der Symptome erfolgreich. Natürlich kann ich nur von Einzelfallbeobachtungen sprechen, stellte jedoch bisher fest, dass unter konsequenter Therapie der Autoimmunprozess zum Stillstand kam und sich bei sinkenden Antikörperspiegeln zum Teil sogar eine Normalisierung der Schilddrüsenunterfunktion einstellte, wodurch keine Hormongabe mehr erforderlich war bzw. die Dosierung von Thyroxin reduziert werden konnte.
 

Ganzheitliche Therapie der Hashimoto – Thyreoiditis

Aus den oben beschriebenen Manifestationsfaktoren für eine Hashimoto- Thyreoiditis ergibt sich in der naturheilkundlich- homöopathischen Praxis eine Fülle von Möglichkeiten der ganzheitlichen Therapie.

Ziele der Behandlung sollten sein:
  • Eine Normalisierung der hormonellen Fehlsteuerung auf der Ebene der Hypophyse und aller peripheren Hormondrüsen wie Schilddrüse, Ovarien, Hoden und Nebennieren sowie der Bauchspeicheldrüse
  • Ein Ausschluss anderer Autoimmunerkrankungen
  • Eine intensive Darmsanierung und eine Beseitigung jeglicher Manifestation des Metabolischen Syndroms und des damit verbundenen Hyperinsulinismus.
  • Eine Entgiftung aller Stoffwechselorgane
  • Ein Ausgleich vorhandener Mineral- und Vitalstoffmängel
  • Eine kritische Überprüfung der Notwendigkeit schulmedizinischer Medikation, die die Schilddrüsenfunktion beeinflussen.
  • Eine Immuntherapie zur Reduzierung chronischer Entzündungsprozesse im Körper
  • Ein langfristiges Konzept zur Stressreduktion und zur Förderung eines erholsamen Schlafes

Im Bereich der Naturheilverfahren stehen dafür eine Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung. In meiner Praxis dann ich dazu ein ganzheitliches Konzept anbieten, das der individuellen Situation der Betroffenen Rechnung trägt.
 

Hashimoto und homöopathische Therapie

Die homöopathische Behandlung ist eine Therapieform, die auch auf die genetische Disposition zum Auftreten chronischer Krankheiten Einfluss nehmen kann. Das ist vor allem für Frauen von Bedeutung, die bei bestehender Hashimoto- Erkrankung schwanger werden wollen. Hier ist es sicherlich hilfreich, vor dem Eintreten einer Schwangerschaft eine homöopathische Konstitutionsbehandlung durchzuführen.

Wie oben beschrieben, bestehen auch Möglichkeiten zur Therapie der Impfkrankheit; chronische immunologische Fehlsteuerungen können damit abgebaut werden.

Viele Menschen mit Hashimoto – Thyreoiditis klagen darüber, dass es ihnen trotz korrekt eingestellter Schilddrüsenfunktion subjektiv nicht wesentlich besser geht. Hier hat die Homöopathie den Vorteil, dass sie alle häufig bestehenden vegetativen Begleitsymptome wie Müdigkeit, Hunger, Schwitzen, Herzrasen, Unruhe, Gliederschmerzen etc. wirksam und sanft beseitigen kann.

Gerne berate ich Sie ausführlich in meiner privatärztlichen Praxis in Oberursel. Meine Praxis liegt in der Nähe der A661 und ist deshalb auch von Frankfurt am Main aus gut zu erreichen.