Ernährungsmedizin

Eine der wichtigsten Möglichkeiten, chronische Krankheiten zu beeinflussen, besteht in der Ernährungsmedizin.

Die meisten Patienten, die bei mir dieses Beratungsangebot in Anspruch nehmen, leiden unter leichtem bis schwerem Übergewicht.
Daher geht es, wie unten beschrieben, hauptsächlich um die Reduktion von energiedichten Nahrungsmitteln in der täglichen Ernährung.

 

Fettreduktion

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland durchschnittlich pro Tag 130 g Fett konsumiert werden  ( ½ Päckchen Butter ! ). Ohne sonstige Veränderung der Ernährungsweise würde eine Reduzierung der Fettmenge auf 60g pro Tag das Gewicht um 4 kg innerhalb eines Jahres vermindern.
Eine fettarme Kost ist auch zur Gewichtserhaltung empfehlenswert. Der Fettgehalt der Speisen hängt nicht nur mit dem verwendeten Nahrungsmittel zusammen, sondern auch mit dessen Zubereitung. Z.B. enthalten Kartoffelbrei 10x und Kartoffelchips 200 x mehr Fett als Pellkartoffeln. Eine Fettzufuhr mit gesunden Fetten wie Leinöl-, Rapsöl oder Olivenöl sollte die Basis jeder Ernärungsmedizin darstellen.

Reduktion der Energiedichte

Es sollte längerfristig ein tägliches Energiedefizit von 500- 800 kcal/ Tag erreicht werden.
Wenn man Fett durch komplexe Kohlenhydrate ersetzt wie Reis, Getreideprodukte oder Kartoffeln, dann reduziert man die Energie pro Gewichtseinheit und erzielt darüber hinaus noch einen zusätzlichen Sättigungseffekt.
Dies alleine reicht noch nicht aus: die Erfahrungen aus den USA zeigen, dass man ein Übergewicht auch durch Kohlenhydrate erzielen kann.
Daher muss auch die Kohlenhydratmenge begrenzt werden. Das Entscheidende ist die reduzierte Energiedichte der Nahrungsmittel, wie sie bei Gemüse, manchen Obstsorten und Hülsenfrüchten gegeben ist.
Wer Nahrungsmittel mit geringer Energiedicht isst, hat große Mengen mit geringem Energiegehalt auf dem Teller.
Um satt zu sein, müssen täglich 1,2 kg bis 1,4 kg Nahrungsmittel aufgenommen werden. Diese sollten bei einer Reduktionskost oder einer gesunden normokalorischen Mischkost zu einem Grossteil aus Lebensmitteln mit geringer Energiedichte bestehen.

Eiweißreiche Kost

Eiweiß sättigt noch stärker als Kohlenhydrate, und bei der Umwandlung von Nahrungseiweiß in Struktureiweiß wird viel Energie verbraucht.
Neue Studien zeigen, dass man mit einer eiweißreichen Kost mehr an Gewicht abnehmen kann als mit einer kohlenhydratreichen Ernährung. Zudem werden die kardiovaskulären Risikofaktoren günstig beeinflusst.
Das Problem bei der Zufuhr von Eiweiß ist, dass sie oft mit Fett verbunden ist (Wurst, Käse ).
Hier eignen sich die fettarmen Milchprodukte oder pflanzliches Eiweiß aus Hülsenfrüchten.

Alkohlreduktion

Erhöhter Alkoholkonsum ( Männer > 30mg/ d, Frauen > 20mg / die ) kann Teilursache einer Hypertonie und einer Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der Triglyceride sein.
Die Energiedichte liegt immerhin auch bei 7 kcal/ g. Daher sollte die Alkoholreduktion bzw. – Karenz ein wichtiger Bestandteil der Ernährungsberatung im Rahmen der Ernährungsmedizin sein.