Burn-out-Therapie

Die Burn-out-Therapie spielt in jeder ganzheitlich orientierten Arztpraxis eine immer größere Rolle

 

Immer mehr Menschen klagen über allgemeine Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Überreiztheit, Lustlosigkeit, Demotivation. In vielen Fällen ist dies auf eine permanente Überlastung am Arbeitsplatz zurückzuführen.

Nach einer umfassenden Differenzialdiagnose zur Ausschließung z.B. von körperlichen Krankheitsursachen oder Depressionen stellt sich oft heraus, dass diese Symptome in den schleichenden Prozess einer Burn-Out Erkrankung führen.

Wenn sich eine Burn-Out-Erkrankung im Vollbild zeigt, ist in den meisten Fällen eine umfängliche Therapie mit länger dauerndem Klinikaufenthalt unumgänglich.

Daher ist es wichtig, die Stadien des Burn-Out-Syndroms, wie unten beschrieben, zu kennen und möglichst frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bei frühzeitiger Diagnose und schnell einsetzender Therapie ist eine ambulante Behandlung in der Regel möglich und erfolgversprechend.

 

Verlauf des Burn- Out- Syndroms

 Anfangsphase des Burn- Out:
  • Ursprünglich vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele
  • Arbeit wird tatsächlich oder gedanklich mit nach Hause genommen
  • Verzicht auf Pausen und Erholung
  • Überforderung : der Beruf steht immer an erster Stelle
  • Der Mensch fühlt sich unentbehrlich
  • Man spürt gleichzeitig die fehlende Anerkennung
  • Beschränkung sozialer Kontakte auf einen Bereich, z. B. die Kunden oder Patienten
  • Vernachlässigung von Partner, Familie und/oder Freizeitaktivitäten und eigener

 

 Darauf folgen wiederum:
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen , chronische Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Verringerte Leistungsfähigkeit
  • Mangelnde Motivation, Antriebsschwäche
  • Suche von Ablenkung und Trost in Alkohol, Tabak, Internet- und Computeraktivitäten
  • Vielem Essen oder oberflächlichen sexuellen Aktivitäten (die aber auch irgendwann
    “einschlafen”)
  • “Unerklärliche” Angstzustände
 Nahezu zwangsläufig führt das zu:
  • Reduziertem Einsatz, Arbeit nach Vorschrift, Lustlosigkeit
  • Distanzbedürfnis und Vermeidung von Kontakten und Konflikten. Probleme, selbst einfache Unterhaltungen werden als
    Belastung erlebt
  • Verengung des Lebenshorizontes und Verflachung des emotionalen , mentalen und sozialen Lebens
  • Schuldzuweisungen an andere (aggressives Verhalten) und an sich selber (depressives Verhalten)
  • Verstärkte Akzeptanz von Kontrollmitteln, Strafen, Medikamenten, Alkohol
  • Der Patient stellt erhöhte Ansprüche an sein Umfeld und hat häufig das Gefühl,
    ausgenutzt und nicht genug anerkannt zu werden.

 

Burn-out-Therapie

Psychisch – emotionell:
  • Erkennen von Stressoren ( = alltägliche Belastungen im persönlichen und beruflichen Umfeld ) sowie den persönlichen
    „ Stress- Verstärkern“ ( stressverschärfende Gedanken und Gefühle )
  • Erlernen von Problemlösungsstrategien in kleinen Schritten durch Coaching und / oder Psychotherapie
  • Erlernen von Entspannungstraining ( AT, Progressive Muskelentspannung, Meditation, Yoga ) für den täglichen Einsatz
    von etwa 30 Minuten
Somatische Ordnungstherapie:
  • Rhythmisierung der Arbeitszeiten
  • Klare Abgrenzung von Ruhezeiten am Abend und am Wochenende
  • Heranführung an entspannende Tätigkeiten wie Musikhören, Lesen, aktive Entspannung, Vermeidung von passiver
    Dauerberieselung über Fernsehen, digitale Medien
Körperliche Aktivierung:
  • Die gesundheitlichen Vorteile eines moderaten Ausdauertrainings von 3-4 Stunden pro Woche bei stressbedingten
    Erkrankungen sind längst wissenschaftlich nachgewiesen
  • Ausdauersport führt zum Abbau von Stresshormonen, reguliert die Herz- Kreislauf- Funktionen, sorgt für
    Gewichtsreduktion und ist tumorprotektiv
Ernährung:
  • Die Ernährung sollte den modernen internationalen Empfehlungen für kalorienbegrenzte vollwertige
    Nahrungsaufnahme folgen
  • Das wäre ein Drei- Mahlzeiten- Rhythmus im Sinne von mediterraner Kost (komplexe KH, pflanzliche Öle,
    als Eiweißquellen magerer Fisch und mageres Fleisch, magere Milchprodukte, wenig Alkohol )

 

Burn-out-Therapie : Medikamente

Zur Beschleunigung des Behandlungs- Ergebnisses ist häufig eine angepasste medikamentöse Mitbehandlung, je nach individuellem Störungsbild erforderlich.

  • Ausgleich des Serotonins- und Melatoninspiegels im Gehirn
  • Ausgleich von Hormonstörungen der Nebenniere
  • Ausgleich von Störungen der weiblichen und männlichen Hormondrüsen

 

Weitere Informationen finden Sie unter Infusionstherapie bei Burn-Out.