Bluthochdruck – Mind- Body- Medizin

 

Bei der Behandlung des Bluthochdrucks rückt die so genannte Mind- Body- Medizin immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Mind-Body-Medizin integriert die körperlichen,  die seelischen, die psycho – sozialen  und die spirituellen Aspekte des Menschseins.
Für die betroffenen Patienten wird nun auch seitens der Schulmedizin ein ganzheitliches Prinzip der Ordnungstherapie angeboten, das schon die alten Naturheilärzte seit dem 19. Jahrhundert praktiziert haben.

Bluthochdruck hat auch das Thema Dauerstress als Ursache. Es kommt bei anhaltendem Stress und zuwenig Erholungsphasen zu einem Ungleichgewicht zwischen dem Sympathikus- Nervensystem (Aktivitätssystem ) und dem Parasympathikus – Nervensystem (Erholungssystem ): der Körper fährt auch nachts auf Hochtouren und kann nicht in eine Tiefenentspannung im Schlaf finden.
Es kommt zu einer Daueranspannung der Arterien, der Adrenalinspiegel steigt dauerhaft an, das Herz muss ständig gegen den erhöhten Druck in den Blutgefäßen pumpen.

Bewusste Entspannung im Alltag

Mit bewusster Entspannung im Alltag sind weder ein Kinobesuch mit Action- Film, ein Fernsehabend noch ein Hochleistungssportprogramm in der Freizeit gemeint.
Es geht um den inneren Rückzug, das ” Ankommen” bei sich selbst und seinem Körper.
Dafür haben sich eine Reihe von Entspannungsverfahren über die Jahrzehnte gerade in der Therapie des Bluthochdrucks sehr bewährt, sie sind uach wissenschaftlich gut ersforscht worden.

  • Mittagsschlaf: in der Kürze liegt die Würze. Ein Kurzschlaf von etwa 20 Minuten in der Mittagszeit senkt auf Dauer das Sterberisiko für Herz- Kreislauf- Erkrankungen und tut einfach gut!
  • Achtsamkeit: ist seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts durch den Arzt Jon Kabat – Zinn weltweit bekannt geworden. Es geht um die Erreichung einer inneren Haltung sich selbst gegenüber, die von liebevoller Bezogenheit und Aufmerksamkeit im Alltag gekennzeichnet ist. Man lernt, den Moment der Gegenwart intensiver wahrzunehmen und gedanklich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft ängstlich und angespannt zu verweilen.
    Es gibt dazu mittlerweile viele Bücher, CD`s, Seminare und Anleitungen, die einem auf einfache Art dazu verhelfen können.

  • Meditation: schon lange keine Praxis mehr nur für Mönche im Kloster!
    Meditation kann über einfache Atemübungen, Konzentration auf positive innere Bilder oder andere ressourcevolle Symbole geübt werden. Für den Anfang reichen 5- 10 Minuten am Tag. Auch dazu gibt es viele gute Anleitungen zum Selbstlernen oder auch in Meditationsgruppen.

  • Qigong und Tai- Chi: aus China stammend, als bewusste Bewegungs- und Entspannungsverfahren auch im Westen immer mehr praktiziert.
  • Yoga: einer der ältesten Übungswege der Welt, um über körperliche und meditative Übungen zu Ruhe, Entspannung und Gesundheit des Körpers zu gelangen.
  • Progressive Muskelentspannung: Ich empfehle die Methode der Progressiven Muskelentspannung nach Jakobson ( PM ) besonders denjenigen Patienten, die bisher gewohnt waren, ihre innere Anspannung über sportliche Aktivitäten abzubauen.
    Auch hier geht es um eine sehr gezielte, subtile ” Aktivität “, nämlich die Wahrnehmung des Unterschiedes zwischen der Anspannung und der Entspannung bestimmter Muskelgruppen des Körpers. Man spannt die Muskeln an, hält die Spannung für fünf bis zehn Sekunden und lässt dann bewusst locker.
    Bei einiger Übung entwickelt man ein sehr gutes Gespür für den Spannungszustand des Körpers im Alltag und kann dann bewusst loslassen.
    Die Wirkung der PM auf chronische Krankheiten wie Spannungskopfschmerzen und Hypertonie ist in vielen Studien bestätigt worden. Daher bezuschussen auch die Krankenkassen solche Kurse, z.B. bei der VHS.
    Wer es modern und mobil mag, kann sich auch entsprechende Apps auf sein Handy laden.