Bitterstoffe – gesund für Darm und Stoffwechsel

In der heutigen Ernährung finden sich immer weniger Bitterstoffe in den Salaten und Gemüsen, sie werden sozusagen weggezüchtet, um dem Konsumenten ein angenehmeres Geschmackserlebnis zu ermöglichen.

Sogar traditionell bittere Nahrungsmittel wie Chicoree, Endivien, Radicchio und Grapefruit haben einen „ gefälligeren“ Geschmack bekommen.
Dabei gehören die Bitterstoffe auch zu den sekundären Pflanzenstoffen, deren gesundheitliche Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Bitterstoffe sind allerdings für den Organismus wichtig, z.B. funktionieren sie als Appetitbremse, der Sättigungseffekt wird durch die Beigabe bitterer Speisen schneller erreicht.

Bitterstoffe spielen in der Ernährungsmedizin und der Naturheilkunde seit vielen Jahrhunderten eine wichtige Rolle. Schon die Heilige Hildegard von Bingen setzte die Bitterstoffe im Rahmen ihrer Klostermedizin ein, z.B. Heilkräutertinkturen für die verschiedensten Krankheiten.

Die Bitterstoffe regen die natürliche Ausschüttung von Verdauungsenzymen im Oberbauch an, sie helfen bei der Entschlackung und erleichtern sogar das Abnehmen durch die Verbesserung der Darmträgheit, eine Zivilisationskrankheit der heutigen Zeit.

Auch die Darmflora kann sich durch regelmäßige Bitterstoffzufuhr leichter regenerieren, da sich das innere Darmmilieu deutlich verbessert und pathogene Keime schneller abgetötet werden.

Durch die oben erwähnte Verbesserung der Aktivität von Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarmdrüsen kann die Nahrung besser aufgespalten werden, Stoffwechselrückstände werden schneller ausgeschieden und entlasten die oft entzündlich veränderte Darmschleimhaut.

Gerade Menschen mit chronischen Leber- und Galleproblemen sprechen sehr gut auf eine bitterstoffreiche Ernährung an, sie haben oft auch ein deutlich gesteigertes Verlangen nach bitteren Nahrungsmittel und empfinden diesen Genuss als sehr wohltuend.

 

Bitterstoffe wirken sehr basisch und damit indirekt entsäuernd auf den Körper.

Die bekanntesten Bitterkräuter:
  • Angelikawurzel: antibakteriell, immunstärkend, verbessert die Funktion des Magens
  • Artischocke: gegen Blähungen, reduziert erhöhte Blutfettwerte, regt Leber und Galle an
  • Blutwurz: gegen Anämie, Durchfälle, Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Enzianwurzel: bei Leber-/ Gallenbeschwerden, reguliert die gestörte Sekretion der Magensäfte, bei Übelkeit und träger Verdauung
  • Ingwer: gegen Brechreiz, Übelkeit, Reisekrankheit, immunstärkend
  • Mariendistel: intensive Wirkung auf die Leberzellen und antitoxisch wirksam
  • Zimtrinde: wirkt antibakteriell, gegen Pilzbefall, krampfartige Magen- Darmbeschwerden
  • Löwenzahn: das klassische Gemüse für die Frühjahrskur zur Entschlackung und Anregung von Leber und Gallenblase

Am besten ist es, in die tägliche Nahrung die bitterstoffhaltigen Gemüse und Salate wieder aufzunehmen; biologisch angebaute Gemüse haben den Vorteil, dass der Bitterstoffgehalt nicht weggezüchtet wurde.

Als Kur eignen sich auch pflanzliche Kräutertinkturen mit Bitterstoffen wie der bekannte Schwedenbitter, aber auch Tinkturen der anthroposophischen Arzneifirmen WALA und WELEDA sowie der Firma SOLUNA.

Bitterstoffe werden in meiner Praxis auch im Rahmen der F.X. Mayr- Kur und der Entgiftungsbehandlung für die Leber mit Erfolg eingesetzt.