Autogenes Training

Autogenes Training  (AT) hat sich über Jahrzehnte als hilfreiche und nebenwirkungsfreie Begleittherapie bei vielen Erkrankungen erwiesen. Das AT  wurde in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Professor Schultz in Berlin entwickelt und zur praktischen Anwendung gebracht.

Ziel war es, neben der ärztlichen Hypnose eine einfache Methode der Selbsthypnose zu finden, die der Übende nach exakter Aneignung und kontinuierlicher Anwendung vertiefen und sich jederzeit im Alltag nutzbar machen kann.

Das Autogene Training führt den Übenden in einen Zustand der besonderen Ruhe und der Hinwendung nach innen, also hin zur Beobachtung körperlicher Vorgänge und Gefühlsinhalte.
Um in diesen Zustand des „ abgesenkten” Bewusstseins zu gelangen, wird der Übende von einem erfahrenen Lehrer angeleitet, einzelne Übungsschritte zu erlernen, die eine Ruhformel und die Konzentration auf bestimmte Körperfunktionen zum Inhalt haben ( z.B „ich bin ganz ruhig, mein rechter Arm ist schwer, etc.”)

Durch das regelmäßige Üben in immer derselben Abfolge geschieht im Körper beim Autogenen Training folgendes:

Die Muskulatur ist in ihrer normalen Spannkraft gemindert, die Blutverteilung im Körper ist harmonischer, was man als angenehm gleichmäßige Wärmeempfindung oder als ein Gefühl des ” Loslassens ” spürt.
Die Beruhigung der Atmung und der Herztätigkeit wird erfahren als innere Ruhe und rhythmische Ausgewogenheit. Der gesamte Bauchraum, in welchem sich ein großer Teil des vegetativen Nervensystems befindet, wird dem Übenden das Erlebnis entspannter Rundheit vermitteln.
Der Kopf nimmt an der vegetativen Umstimmung nicht teil, er bleibt„ kühl”, wird aber trotzdem in das Gesamterlebnis der Entspannung einbezogen; anstelle konzentrierter Denkarbeit tritt die ruhige, distanzierte Betrachtung des eigenen Körpers ohne wesentliche Ablenkung durch spontane Einfälle oder fixe Ideen.

 

Wann nützt Autogenes Training?

a) In der reinen Gesundheitsvorsorge für Menschen, die präventiv ein Entspannungsverfahren lernen
möchten.

b) Das Autogene Training hilft bei einer Vielzahl von psychosomatischen und Stressbeschwerden wie z.B.

  • Nervosität
  • Nicht – Abschalten – Können
  • nervöse Magen – Darm – Störungen
  • funktionelle Herzbeschwerden
  • Herzrasen
  • Herzangst
  • Reizblase
  • Schlafstörungen etc.

c) Es hilft zur Mitbehandlung aller Arten von Schmerzen, besonders für Kopfschmerzen und Schmerzen des
Bewegungsapparates.

d) Als ergänzende Therapiemethode eignet sich das AT auch bei bereits eingetretenen organischen
Schädigungen des Körpers, z.B bei der Nachbehandlung des Herzinfarktes, bei hohem Blutdruck, bei
chronischen Atemwegserkrankungen, Darmkrankheiten, Neurodermitis und in der Begleittherapie von
Krebskrankheiten.

 

Wie wird Autogenes Training in der Praxis durchgeführt?

Es werden in der Grundstufe etwa 6 -8 Einzelsitzungen von ca. 20 bis 30 Minuten Dauer erforderlich sein.
Der Abstand der Sitzungen sollte im Interesse eines Übungserfolges wöchentlich sein.
Danach hat der Klient alle Voraussetzungen, um möglichst täglich für die Dauer von 2 x 5 bis 2 x 10 Minuten zu üben.
Es kann sehr hilfreich sein, die dabei gemachten Erfahrungen von Zeit zu Zeit zu notieren, um sie mit dem Arzt bei Folgeterminen zu besprechen. Nach einer Übungszeit von etwa 3 bis 4 Monaten können bei Interesse des Klienten Folgesitzungen vereinbart werden, die der Vertiefung der bisherigen Erfahrungen dienen und mit den folgenden Übungssequenzen erweitert werden können:

  • Erlernen der Schulter – Nacken – Übung
  • Erlernen von Konzentrationshilfen
  • Erarbeiten von formelhaften Vorsatzbildungen und / oder visuellen Imaginationen für bestimmte Ziel – oder Problemkonstellationen
  • Vertiefen der Entspannung durch die Treppentechnik
  • Einüben der Kurzform des AT
  • Erlernen von freier Assoziation ( Technik der weißen Leinwand )

Kosten:  Autogenes Training ist eine ärztliche Leistung und damit abrechenbar über die GOÄ.

Das Autogene Training ist eine hilfreiche Technik, die medizinische Therapie bei Stresserkrankungen optimal zu unterstützen.