Autogenes Training – für körperliche und psychische Gesundheit

 

Bedeutung des Autogenen Trainings für die körperliche und psychische Gesundheit

 

Bereits um die Jahrhundertwende 19./ 20 .Jahrhundert beschrieb der Arzt und Hirnforscher Oskar Vogt die Hypnose als einen Sonderzustand zwischen Schlaf und Wachsein, der durch eine gezielte Anleitung zur selbsthypnotischen Umschaltung zu erreichen sei.

In den 20 er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Professor Schultz an der Charite in Berlin das Autogene Training als Methode der „ konzentrativen Selbstentspannung.“

Ziel dieser Methode war es, neben der ärztlichen Hypnose eine einfach zu erlernende und gefahrlose Methode der Selbsthypnose zu finden, die der Übende nach exakter Aneignung und kontinuierlicher Eigenanwendung vertiefen und sich jederzeit im Alltag nutzbar machen kann.

Seitdem hat das Autogene Training ( AT ) ein breites Anwendungsspektrum in Klinik und Praxis gefunden und wird auch als allgemein unterstützende Behandlungsmethode in der Psychosomatik, der Psychotherapie und der Rehabilitation breit eingesetzt.

Es gibt fast 1000 Studien zum AT, die die erfolgreiche Anwendung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit den folgenden Störungsbildern belegen können:

 

  • Spannungslösende Effekte zum Beispiel bei Angsterkrankung
  • Wirkung bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden
  • Stressbewältigung
  • Herz- Kreislauferkrankungen
  • Arterielle Hypertonie
  • Hauterkrankungen
  • Chronisch- entzündliche Darmerkrankungen
  • Chronische Schmerzen aller Art
  • Schlafstörungen
  • Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen

 

Konzept des Autogenen Trainings

Professor Schultz unterschied die Art der Konzentration im AT von der im Alltagsbewusstsein.

Die innere Haltung des Übenden entspricht mehr der einer frei schwebenden Aufmerksamkeit, eines Akzeptierens dessen, was sich körperlich und seelisch – geistig verändert und wie sich die Entspannungsphänomene bemerkbar machen

Das erklärt den Unterschied zu der im Alltag üblichen eher angespannten Konzentration und des Einsatzes der Willenskraft.

 

Wirkungsweise des Autogenen Trainings

 

Bewusstsein: Das AT führt den Übenden in einen Zustand besonderer Ruhe und Hinwendung nach innen. Das Bewusstsein wird „abgesenkt“, also von der Außenwelt abgezogen und die Wahrnehmung grenzt sich auf wohltuend einfach zu erspürende Körpervorgänge ein.

Motorik: Tiefe muskuläre Entspannung, die Blutverteilung im Körper ist harmonischer, was man als angenehm gleichmäßige Wärmeempfindung oder als ein Gefühl des „ Loslassens“ spürt.

Vegetative Funktionen: Beruhigung der Atmung und des Herzschlages mit dem Gefühl innerer Ruhe, Entspannung und Weichwerden des ganzen Bauch- und Beckenraumes.

Emotionen – Denken: Die psychische Ruhetönung, der Angstabbau, das Wiedergewinnen von Selbstvertrauen durch das regelmäßige Üben; die ruhige, distanzierte Betrachtung des Körpers ohne wesentliche Ablenkung ( Erlernen der Fähigkeit zur Dissoziation )

Sinneswahrnehmungen: Reduktion von Schmerzen oder anderen Missempfindungen des Körpers, unter Umständen Wahrnehmung innerer ressourcevoller Bilder.

 

Die Übungen der Grundstufe des Autogenen Trainings

Die Grundstufe des Autogenen Trainings kennt den klassischen Übungsaufbau in 6 Stufen:

  • Schwereübung
  • Wärmeübung
  • Herz- oder Pulsübung
  • Atemübung
  • Sonnengeflechtsübung
  • Stirnkühlübung

 

Die Übungseinheit wird jeweils eingeleitet durch die so genannte Ruhetönung, um so den Organismus auf das besondere Erleben des AT einzustimmen.

Es werden in der Grundstufe etwa 6 Einzelsitzungen von ca. 20 bis 30 Minuten erforderlich sein. Der Abstand des Sitzungen sollte im Interesse eines nachhaltigen Übungserfolges wöchentlich sein. Dabei hat der Patient im allgemeinen alle Voraussetzungen erlernt, um möglichst täglich für die Dauer von jeweils 2x 5 bis 2x 10 Minuten zu üben.

Es kann sehr hilfreich sein, die dabei gemachten Erfahrungen von Zeit zu Zeit zu notieren, um sie mit dem behandelnden Arzt in den Folgeterminen zu besprechen. Nach einer Übungszeit von 3 bis 4 Monaten können Folgesitzungen vereinbart werden, die einer Vertiefung der bisher gemachten Erfahrungen dienen und mit den folgenden Übungssequenzen erweitert werden können:

 

  • Erlernen der Schulter- Nacken- Übung
  • Erlernen weiterer Konzentrationshilfen
  • Erarbeiten der formelhaften Vorsatzbildung und / oder visuellen Imaginationen oder kinästhetischen Empfindungen für die vorhandene Problemkonstellation
  • Vertiefung der Entspannung durch die Treppentechnik
  • Einüben der Kurzform des AT- Ankern des AT
  • Erlernen freier Assoziation ( Oberstufe des AT; Technik der weißen Leinwand

 

Abrechnung des Autogenen Trainings in meiner Ärztlichen Privatpraxis

Das Erstgespräch mit Einführung in die Methode und der ersten Übungssequenz dauert etwa 30 Minuten und kosten 70 Euro.

Die Folgetermine dauern etwa 20 -25 Minuten und kosten 50 Euro.

Für das Üben zuhause wird eine schriftliche Anleitung mitgegeben.

Das AT ist eine ärztliche Leistung und wird nach der Privaten Gebührenordnung für Ärzte ( GOÄ) abgerechnet.

Ich bin im Besitz der Zulassung zur Durchführung des AT in der Praxis durch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen.